Immanuel Kant (Darstellung von ...) Kants naturtheoretische Begriffe (1747-1780) - Eine Datenbank zu ihren expliziten und impliziten Vernetzungen
 

Körper (corpus) - mathematisch / natürlich (Natur, naturae)

Begriff:
Körper (corpus)
Spezifikation 1:
mathematisch / natürlich (Natur, naturae)
Zitate:
(1747 Schätzung) I/070:21-26:
Wenn man in den Mechaniken die Elasticität so beschrieben findet, daß sie aus der Eindrückung und Zurückspringung der Theile eines Körpers entstehe, so merke man: daß die Mathematiker, die sich dieser Erklärung bedienen, sich in dasjenige mengen, was sie nicht angeht, was zu ihrer Absicht nichts thut, und was eigentlich ein Vorwurf der Naturlehre ist.


(1747 Schätzung) I/140:10-13:
Die Mathematik erlaubt nicht, daß ihr Körper eine Kraft habe, die nicht von demjenigen, der die äußerliche Ursache seiner Bewegung ist, gänzlich hervorgebracht worden.


(1747 Schätzung) I/140:19-27:
Mit dem Körper der Natur aber hat es […] eine ganz andere Beschaffenheit. Derselbe hat ein Vermögen in sich, die Kraft, welche von draußen durch die Ursache seiner Bewegung in ihm erweckt worden, von selber in sich zu vergrößern, so daß in ihr Grade Kraft sein können, die von der äußerlichen Ursache der Bewegung nicht entsprungen sind und auch größer sind wie dieselbe, die folglich mit demselben Maße nicht können gemessen werden, womit die Cartesianische Kraft gemessen wird, und auch eine andere Schätzung haben.


(1747 Schätzung) I/155:18-22:
Daher gilt Newtons Regel in seiner unbestimmten Bedeutung nicht von den Körpern der Natur: Corpus quodvis pergit in statu suo, vel quiescendi, vel movendi, uniformiter, in directum, nisi a causa externa statum mutare cogatur.

  - weniger Text 
Glossar:
Die in (1747 Schätzung) anzutreffende Unterscheidung zwischen Körpern der Mathematik und Körpern der Natur - siehe die Zitate - ist von Kant mitsamt den unmittelbar damit zusammenhängenden idiosynkratischen Begriffen dieser Schrift ("Intension", "Vivifikation der Kraft" etc.) nie wieder aufgegriffen worden. Sie ist insbesondere nicht zu verwechseln mit der späteren Unterscheidung zwischen einer bloß phoronomischen, "rein mathematisch" zu entwickelnden, Betrachtung von Körpern und einer physischen - vgl. (1786 Metaph. Anfangsgr.) AA IV 480, 487. Der geometrische (stereometrische) Begriff des Körpers - vgl. zeitgenössisch z.B. Chr. Wolff [ML] Sp. 438 - ist von diesen Unterscheidungen nicht betroffen.
  - weniger Text 
verwandte Begriffe:
Schriften:
Übersicht
Wissensgebiete:
Übersicht